Tipps und Tricks zur Sturzprävention

By: | Tags: | Comments: 0 | Februar 17th, 2020

Stürze im Alter sind nicht zu unterschätzen. Ca. 30 % der über 65-Jährigen stürzen mindestens einmal pro Jahr. Ca. 1 % der Stürze haben eine Fraktur zur Folge. Doch auch ohne Fraktur kann es zum Verlust von Mobilität und Alltagskompetenz kommen. Deshalb ist die Vermeidung von Stürzen, also die Sturzprävention, ein wichtiges Ziel.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren für Stürze zählen Gleichgewichtsstörungen, mangelnder Kraftzustand, Seheinschränkungen und Medikamente. Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn ein neues Medikament eingenommen wird. Schwindel ist eine häufig auftretende, unerwünschte Wirkung bei Medikamenteneinnahme, die häufig einen Sturz zur Folge hat.
Ältere Menschen verletzen sich beim Sturz häufiger, weil die Reaktionszeit verlangsamt und entsprechend der Aufprall ungebremst ist. Osteoporose und Mangelernährung können die Situation noch verschärfen.

Es gibt jedoch einige Dinge, die jeder Einzelne tun kann, um Stürze zu vermeiden:
– Halten Sie sich so fit wie möglich! Jeder sollte sich, individuell, den eigenen Fähigkeiten entsprechend, regelmäßig bewegen. Durch regelmäßiges Training werden die Stürze um 30% reduziert. Man kann in jedem Alter beginnen, für Sport und Bewegung (z. B. beim Rehasport, Tanzen oder Tai Chi, der Senioren- oder Aquagymnastik oder bei Kraftübungen) ist man nie zu alt.
– Erkennen und entfernen Sie Stolper- und Rutschfallen (z. B. Teppiche oder lose Kabel) im eigenen Wohnbereich! Tragen Sie außerdem festes Schuhwerk mit Gummisohle, vor allem bei glattem Boden. Antirutschsocken sind auch eine Möglichkeit. Auf keinen Fall sollten Sie in herkömmlichen Socken ohne Schuhe unterwegs sein.
– Bringen Sie bei mehreren Stufen (im Wohn- oder Außenbereich) einen Handlauf an! Der Bereich vor der Haustür sollte, wenn möglich überdacht sein um Nässe und möglicher Eisglätte bei kalten Temperaturen vorzubeugen. Treppenstufen sollten rutschsicher gestaltet werden (evtl. Antirutsch-Streifen, markierte Treppenstufen). Halten Sie Ihre Treppe zudem frei von (Zier-)Gegenständen.
– Legen Sie außerdem rutschfeste Matten im Badezimmer aus. Feste Halterungen (Dusche, WC) können zusätzliche Sicherheit geben.
– Lassen Sie sich bei neuen Hilfsmitteln (z. B. Rollator, Gehbock, Rollstuhl, Unterarmgehstützen) durch eine Fachkraft in der richtigen Handhabung und den Umgang mit Bremsen einweisen! Zudem müssen die Geräte korrekt auf die Körpergröße eingestellt werden. Ein falscher Umgang mit Hilfsmitteln kann Stürze verursachen anstatt sie zu vermeiden.
– Stehen Sie nicht im Dunkeln auf! Nachts sollte ein Lichtschalter in Reichweite sein, alternativ ein kleines Nachtlicht. Für den Außenbereich ist ein Bewegungsmelder hilfreich.
– Lassen Sie regelmäßig Sehtests durchführen, um Ihre Sehkraft zu kontrollieren! Stürze passieren häufig durch Seheinschränkungen.

Mit diesen Tipps und Tricks kann jeder Einzelne aktiv zur Sturzprävention beitragen und so das individuelle Risiko deutlich senken.


Ulrike Hellmich
Stationsleitung Geriatrie
Fachpflegekraft Aktivierend-therapeutische Pflege Geriatrie
AGAPLESION EV. KLINIKUM SCHAUMBURG gGmbH
Zum Schaumburger Klinikum 1
31683 Obernkirchen

www.ev-klinikum-schaumburg.de