Ursachen für Lieferengpässe bei Medikamenten

By: | Tags: | Comments: 0 | Februar 17th, 2020

Das deutsche Gesundheitssystem gehört immer noch zu den besten und teuersten der Welt. Dennoch kommt es bei Arzneimitteln immer häufiger zu Lieferengpässen. Und wenn ausgerechnet einmal das gewohnte Mittel – das man seit langer Zeit regelmäßig einnimmt – nicht verfügbar ist, wird deutlich, wie wichtig eine reibungslose Arzneimittelversorgung ist. Damit diese gewährleistet ist, arbeiten wir in meinen Apotheken – Neue Apotheke und Echtern-Apotheke in Stadthagen – mit Hochdruck daran, immer das passende Arzneimittel bereitzuhalten oder kurzfristig adäquaten Ersatz zu beschaffen.

In den allermeisten Fällen sind Mängel in der Produktion die Ursache von Versorgungs- und Lieferengpässen. Um den Gewinn zu steigern, lassen Pharmaunternehmen die Wirkstoffe oft ausschließlich in Ländern wie Indien oder China produzieren. Dort sind sie zum Teil von einem einzigen Hersteller abhängig. Kommt es zu Problemen in der Produktion, kann ein Medikament vorübergehend nicht mehr hergestellt werden – und die Vorräte gehen weltweit rasch zur Neige. Eine Mitschuld an den Versorgungsproblemen entsteht auch durch die Rabattverträge der Krankenkassen. Die Gewinnspanne der Pharmaunternehmen wird kleiner, und das Interesse am deutschen Markt sinkt. Um Geld zu sparen, legen Arzneimittelhersteller zudem kaum noch Vorräte an, sondern produzieren nur noch nach Bedarf.  Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert als zuständige Behörde über aktuelle Lieferengpässe. Über die konkreten Ursachen der Lieferprobleme oder Rückrufe bei einzelnen Medikamenten kann allerdings nur der jeweilige Hersteller aufklären. Jedoch besteht hier keine große Auskunftsbereitschaft.

Vor allem die inzwischen sehr niedrigen Arzneimittelpreise der verschreibungspflichtigen Medikamente führen in Deutschland vermehrt zu Versorgungsengpässen. Da leider in allen Bereichen immer mehr Medikamente fehlen, ist der Gesetzgeber gefordert und sollte schnellstens per Gesetzgebung eingreifen. Tipps für den Patienten, wenn das gewohnte Präparat nicht lieferbar ist In den meisten Fällen besteht die Möglichkeit, dass die Apotheke nach einer umfassenden Beratung vorübergehend auf ein Alternativpräparat umstellt. Hierbei handelt es sich um Präparate mit identischer Wirkstoffzusammensetzung und einer vergleichbaren Wirkung (sogenannte Generika). Allerdings wirken die Ersatzpräparate nicht immer genauso wie das gewohnte Mittel. Zum Problem werden kann das vor allem für Betroffene, die viele verschiedene Medikamente einnehmen. Hier ist es besser auf kleinere Packungsgrößen auszuweichen, falls diese verfügbar sind. Wenn auf andere Wirkstoffe oder Dosierungen ausgewichen werden muss, sind eine ärztliche Rücksprache und eine Neuverordnung erforderlich.

Nikolas Schäfer
Inhaber Neue Apotheke
Am Markt 5
31655 Stadthagen
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